Donnerstag, 19. Juli 2018

Wir sind noch dabei!

Ich hab eine Weile nicht mehr über uns berichtet. Mein Hauptberuf forderte mich im vergangenen Halbjahr sehr. Nichtsdestotrotz habe ich mit Leo jeden Donnerstag um 16:00 Uhr "unser" Seniorenzentrum besucht- nunmehr bereits seit über 3 Jahren. In denen wir uns leider nun auch schon von so einigen Bewohner/innen verabschieden mussten.....
Heute war der Einsatz als Besuchshundeteam mal wieder eine besondere Herausforderung. Wir kamen erstmals einige Minuten zu spät  -  verkehrsbedingt und weil Leo auf dem Weg vom Auto zum hinteren Eingang des Seniorenheims an einer Terrasse vorbeikam, auf der eine Mitarbeiterin gerade einen Teller Nudeln aß. Da musste Leo einfach kurz "nachschauen"  und seinen Charme spielen lassen;-).
Währenddessen klingelte schon mein Handy - ein Anruf von der Betreuungsassistentin, ob wir denn heute wirklich kommen. Man kennt es nicht, dass wir zu spät kommen... Im Gruppenraum erwarteten uns bereits mehr oder weniger ungeduldig 10 Bewohner/innen - einige an Demenz erkrankt, eine Schlaganfall-Betroffene, eine erst ca. 50 Jahre alte MS-Patientin und - für uns völlig neu - ein noch recht junger Mann mit Downsyndrom aus der Kurzzeitpflege. Wir begrüßten alle einzeln und begannen dann mit unseren aktivierenden Spielen. Der junge Mann machte für alle Anwesenden ungewohnte Geräusche. Einige der Bewohnerinnen kamen damit nicht gut zurecht. Ich versuchte, beruhigend auf sie einzuwirken. Er beobachtet Leo, und was wir tun, genau und nahm an den Aktivitäten/Spielen teil, aber ich merkte schnell, dass es ihm unangenehm war, wenn Leo ihm allzu nahe kam. Frau Sch. war heute besonders ungeduldig: sie schimpfte lautstark, wenn die anderen in ihren Augen nicht schnell genug agierten und verließ irgendwann in ihrem Rollstuhl "zeternd" den Raum. Dann sorgte Leo noch für eine Überraschung bzw. einen kleinen Schreckmoment. Die MS-Patientin, Frau K., ist sehr groß und sitzt im Rollstuhl. Wir kennen sie schon eine ganze Weile. Sie liebt Leo sehr. Leo steigt normalerweise ganz behutsam mit den Vorderpfoten auf ihren Schoß und holt sich Futterstückchen ab. Heute hat er ganz plötzlich einen Satz gemacht und  wollte auf ihren Schoß springen. Ein 30-kg- Hund! So etwas hat er doch noch nie gemacht! Wir waren zuerst erschrocken - aber dann mussten alle lachen! Und Frau K. war total stolz über diesen Zuneigungsbeweis von Leo!
Am Ende war ich wieder unendlich stolz auf meinen Leo, der das alles mit unendlicher Ruhe und Gelassenheit und Charme bewältigte.



Donnerstag, 5. April 2018

Frau R. - ein ganz besonderer Mensch

Ziemlich genau 3 Jahre besuche ich mit Leo nun schon jeden Donnerstag Bewohner(innen) in "unserem" Seniorenheim. In diesen 3 Jahren haben wir viel erlebt, gelernt, gelacht, gegrübelt, auch  mal geweint ... Anfangs habe ich darüber fast jede Woche hier geschrieben - auch um das Erlebte zu verarbeiten. Inzwischen berichte ich nicht mehr ganz so häufig - einerseits aus Zeitmangel und andererseits, weil sich inzwischen doch vieles wiederholt. Auch wenn noch immer kein Besuch wie der andere ist!
Heute musste ich erfahren, dass Frau R, gestorben ist. Frau R. ist für mich einer der liebenswertesten Menschen, die ich bisher kennenlernen durfte. Sie war 88 Jahre alt. Frau R. war seit Sommer 2015 bei fast jedem  Hundebesuch von Leo und mir dabei. Sie war immer - wirklich immer - gut gelaunt , frohgemut und allen wohlgesonnen! Immer optimistisch und hilfsbereit und mit dem Dasein zufrieden. Sie hatte stets ein paar Apfelstückchen für Leo dabei, die ihr Sohn ihr vorher vorbeibrachte. Sie genoß jede Sekunde mit Leo und verstand es, ihn mit allerlei Späßchen und Schabernack auf sich zu konzentrieren. Sie sorgte mit ihrer positiven Art immer wieder für eine nette Stimmung und Spaß in der Gruppe. In der letzten Woche  war sie noch dabei.
Ich werde sie sehr vermissen!






Donnerstag, 1. März 2018

Norovirus...

Als wir heute im Seniorenheim ankamen, erwarteten uns im Foyer lediglich 2 Bewohnerinnen. Der Gruppenraum war dunkel und leer. Auf der Ankündigungstafel im Foyer standen nur die angebotenen Gruppenaktivitäten vom Vortag. Das Büro des Betreuungsteams war ebenfalls dunkel und leer.
Ich ging mit den beiden Bewohnerinnen und Leo in den Gruppenraum und bereitete alles vor.
Dann ging ich noch mal in den Flur, warf einen Blick auf die Eingänge zu den Wohngemeinschaften im Erdgeschoss und stellte fest, dass Warnungen an den Türen standen - Schlussfolgerung: NOROVIRUS. Leider hatte mir niemand Bescheid gesagt - alle zuständigen Mitarbeiter waren anscheinend erkrankt.
Nun war ich mit Leo ja schon da. Ich desinfizierte mir am Eingang nochmals die Hände und wir verbrachten mit Frau R. und Frau Sch. eine schöne Stunde. Beide genossen es sichtlich, Leo für sich zu haben. Wir erzählten viel -  wozu sonst bei den Gruppenbesuchen kaum die Zeit und Gelegenheit ist. Wir schauten das Fotoalbum von Leo an und amüsierten uns mit den Enten. Es war ganz anders als sonst - was auch Leo anfangs verunsicherte, aber auch schön, Zeit für intensivere Gespräche mit den beiden Bewohnerinnen zu haben.






Donnerstag, 15. Februar 2018

Eine neue Entenschar

Nachdem die "Weihnachts"-Gummi-Enten den Bewohnern so viel Spaß bereitet hatten, ist eine neue Entenschar eingezogen und heute erstmals im Seniorenzentrum zum Einsatz gekommen ;-).



Leo hat zunächst den Korb mit den Enten in den Halbkreis getragen und dann jeder Bewohnerin eine (andere!) Ente gebracht.


Die unterschiedlichen Gummi-Enten und wer welche davon gebracht bekam (besonders das rote Teufelchen), sorgten gleich für Gesprächsstoff. Dann sammelte Leo sie alle wieder ein und "brachte sie ins Körbchen".



Er wurde natürlich großzügig dafür belohnt!

Montag, 12. Februar 2018

Volltreffer



Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich die Gruppenbesuche im Seniorenheim von Woche zu Woche sind. Mal ist die Stimmung fröhlich und es wird viel über den Hund geplaudert. Mal ist die Gruppe ganz still. Manchmal ist die Stimmung auch gedrückt. Ein anderes Mal wiederum herrscht ein Kommen und Gehen und somit große Unruhe.
Heute war es anfangs zwar etwas unruhig, aber dann herrschte eine fröhliche Stimmung vor. Die Bewohnerinnen hatten viel Spaß an den kleinen Aktivitäten mit Leo und machten freudig mit. Heute benutzten wir zum ersten Mal den neuen Zahlenteppich zum Zielwerfen mit einem Bohnensäckchen. Leo apportierte dann das Säckchen zurück und bekam dafür die erzielte Zahl an Leckerlis - und das war für die meisten ein großer Ansporn, die „5“ zu treffen ….
Am Ende der Besuchsstunde bedankten sich drei Bewohnerinnen ausdrücklich für die schöne Abwechslung. Leos Besuch sei immer etwas Besonderes.




Donnerstag, 28. Dezember 2017

Gedrückte Stimmung zum Jahresabschluss




Eigentlich hatte ich für den letzten Besuchsdienst mit Leo im Seniorenheim einen „netten Jahresabschluss“ geplant. Aber daraus wurde heute leider nichts. Die Gruppe hatte zwar mit 7 Bewohner(innen) eine angenehme Größe, aber irgendwie war die Stimmung heute von Anfang an gedrückt. Frau Sch. war ungeduldig, weil sie nach einem Oberschenkelhalsbruch im Rollstuhl saß und sich sonst um die Katze und die Hühner des Seniorenzentrums kümmerte. Sie verließ missgestimmt die Gruppe. Herr G. sackte zweimal fast seitwärts aus dem Rollstuhl – wollte aber unbedingt bleiben, ich richtete ihn mehrmals wieder auf, bis ein Pfleger ihn abholte. Frau St. kam etwas später, wollte so gern ein Foto mit Leo und fuhr dann in ihrem Rollstuhl wieder davon. Und währenddessen wurde vor unseren Augen noch ein Sarg aus dem Seniorenheim getragen…. Betretenes Schweigen….
Das „Sylvester-Programm“ mit bunten Papierschlangen, die die Bewohner zusammen mit Leckerlis für Leo in eine Kiste tun sollten, war nun wirklich unpassend. Weniger war an dieser Stelle mehr….







Freitag, 22. Dezember 2017

Weihnachtsgrüße

Gestern kamen im Seniorenheim noch einmal die Weihnachtsenten zum Einsatz – ihre Zeit ist ja begrenzt ;-). Es war eine sehr muntere Gruppe, die einer neuen Bewohnerin eifrig erklärte, was Leo jetzt gleich macht und dass er ein gaaanz lieber Hund sei.
Natürlich wurde auch über Weihnachten gesprochen. Einige erzählten stolz, dass ihre Familie sie zu Heiligabend abholt oder sogar über die ganzen Feiertage. Andere sagten absolut gar nichts dazu…. Frau R. sagte, dass es schon schön sei, Weihnachtskarten und Anrufe zu bekommen und damit zu wissen, dass man an sie denkt.
Groß war die Freude dann über unsere fast schon „obligatorischen“ Weihnachtsgrüße mit Fotos von Leo. Bei einigen Bewohner(innen) stehen oder hängen noch immer die Osterfotos oder die letzten Weihnachtsfotos von Leo im Zimmer.
Zum Abschied wünschten wir uns alle gegenseitig frohe Weihnachten und ich versprach, dass Leo in diesem Jahr noch einmal zu Besuch kommt.



Freitag, 15. Dezember 2017

7 kleine Weihnachtsenten



Gestern Nachmittag im Seniorenheim: Leo wurde - wie jeden Donnerstag- sehnsüchtig erwartet. Diesmal waren u.a. 7 kleine "Weihnachtsenten" seine "Begleiter" ;-), welche unten mit den Ziffern 1-3 beschriftet waren. Leo trug sie in einem Korb mitten in den Stuhlkreis, brachte dann jedem Bewohner eins und bekam von ihnen die Zahl an Leckerlis, die unten drauf stand.
Es war eine muntere Gruppe mit reichlich Gesprächsstoff über Leo, ihre früheren Hunde oder auch frühere Ängste vor Hunden.


Nachdem Leo die Enten wieder ins Körbchen geräumt hatte, gab es ordentlich Beifall :-).

Donnerstag, 2. November 2017

Viele, viele bunte Dummys

Viele, viele bunte Dummys...
kamen heute zum ersten Mal zum Einsatz bei unserem Besuch im Seniorenheim. Als "richtiger" Retriever liebt Leo das Apportieren. Er bringt eigentlich alles - durch das Dummytraining aber besonders gern Dummys.
Warum also nicht auch im Seniorenheim?
Die Bewohner wussten natürlich nicht, was "Dummys" sind. Ich erklärte ihnen, dass Leo sie im Wald besonders gern sucht und zurück bringt.
Sie zogen jeweils ein Dummy aus dem Besuchshund-Beutel und warfen es für Leo. Je nach Ziffer auf dem Dummy bekam er dann beim Zurückbringen 1-3 Leckerlis von ihnen.
Leo hatte Spaß - und die Bewohner auch :-).


Vor dem Einsatz im Seniorenzentrum: 
 













Die bunten Dummys: 

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Übungsbesuch von Jule

Für Jule (6,5 Monate) gab es heute wieder einen kurzen Übungsbesuch am späten Nachmittag im Seniorenzentrum. Wir begegneten im Foyer nacheinander einer Bewohnerin im Rollstuhl, zwei Bewohnerinnen mit Rollator, einem Mitarbeiter und einer Besucherin. Jule näherte sich ihnen vorsichtig, aber durchaus interessiert. Ich mag das - es ist mir deutlich lieber als Distanzlosigkeit :-).